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Die USA stellen die Ernährungspyramide auf den Kopf

Die USA stellen die Ernährungspyramide auf den Kopf - PDB Onlineshop

Donald Trump stellt nicht nur die Weltpolitik auf den Kopf sondern sein Gesundheitsminister Kennedy nun auch die Ernährungspyramide in den USA. Die USA haben seit Jahren ein massives Problem mit chronischen Erkrankungen. Die Zahlen zu Übergewicht und Adipositas sind explodiert. 1990 galten 21,2 Prozent der Frauen und 16,9 Prozent der Männer als adipös. 2022 waren es bereits 43,8 Prozent der Frauen und 41,6 Prozent der Männer. Übergewicht ist ein zentraler Risikofaktor für Diabetes Typ 2, Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Lange galt die Devise als unumstößlich: wenig Fett, wenig rotes Fleisch, dafür viel Vollkorn. Dieses Leitbild gerät nun ins Wanken. In den USA richten sich die staatlichen Ernährungsempfehlungen neu aus. Eiweiß, tierische Produkte und Fett gewinnen an Gewicht. Selbst Butter und Rindertalg gelten wieder als akzeptabel. Vollkorn spielt nur noch eine Nebenrolle. Kritiker sagen allerdings dem Gremium von handverlesenen Fachleuten eine finanzielle Beziehung unter anderem zur Rindfleisch- und Milchindustrie nach.

Die neue Ordnung stellt die bisherige Pyramide auf den Kopf. Proteinquellen rücken nach oben, Brot und Getreide verlieren an Gewicht. Besonders deutlich wird das bei der Eiweißempfehlung. Erwachsene sollen künftig 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Das sind 50 bis 100 Prozent mehr als bisher empfohlen. Eine solche hohe Proteinmenge wurde bisher nur bei stark körperlich arbeitenden Menschen oder Hochleistungssportlern empfohlen.

Genannt werden Proteinquellen aus Fleisch, Geflügel, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Auch Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Soja gehören dazu. Eine klare Priorisierung pflanzlicher Proteine bleibt jedoch aus, obwohl sie mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem früheren Tod verbunden sind.

Der Kurswechsel richtet sich weniger auf eine Aufwertung von Fleisch als auf eine Abkehr von Fertigessen. Ziel ist es, stark verarbeitete Produkte zurückzudrängen. Eine große wissenschaftliche Übersichtsarbeit, auf die sich die neuen Leitlinien stützen, verbindet den hohen Konsum der Fertigspeisen mit erhöhten Risiken für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Depressionen und Demenz.

Sehr viel strenger als früher fallen die Empfehlungen beim Zucker aus. Zuckerhaltige Getränke sollen gemieden werden. Kinder sollen bis zum zehnten Lebensjahr keinen zugesetzten Zucker zu sich nehmen. Zuvor lag diese Grenze bei zwei Jahren. Natürlicher Zucker aus Obst und Milch gilt weiterhin als unproblematisch.

Auch stark verarbeitete Kohlenhydrate werden klar benannt. Weißbrot, helle Tortillas und Cracker sollen deutlich seltener auf dem Speiseplan stehen. Produkte mit künstlichen Aromen, Konservierungsstoffen, Farbstoffen, Süßstoffen sowie hohem Zucker- oder Salzgehalt gelten als besonders ungünstig.

Beim Fett schlagen die neuen Empfehlungen einen doppelten Weg ein. Die bisherige Obergrenze bleibt bestehen: Maximal zehn Prozent der täglichen Kalorien sollen aus gesättigten Fettsäuren stammen. Gleichzeitig wertet die neue Ernährungspyramide der USA jene Lebensmittel auf, die genau diese Fette in größerer Menge enthalten.

Beim Alkohol bleiben die neuen Empfehlungen auffallend unkonkret. Statt fester Grenzwerte heißt es lediglich, weniger zu trinken. Frühere Leitlinien hatten noch klare Mengen genannt, etwa maximal zwei Getränke pro Tag für Männer und eines für Frauen. Diese Zahlen fehlen nun. Damit bleibt offen, wie moderater Alkoholkonsum definiert werden soll und welche Rolle Alkohol künftig in der Ernährungsempfehlung spielt.

Die American Heart Association unterstützt die neuen Empfehlungen nur eingeschränkt. In einer Stellungnahme warnte sie davor, dass die Neuausrichtung dazu führen könne, zu viel gesättigtes Fett und zu viel Natrium unter anderem mit Fleisch aufzunehmen. Beides gilt weiterhin als klarer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Tierische Eiweißquellen liefern im Gegensatz zu pflanzlichen keine Ballaststoffe. Diese sind aber entscheidend für eine gesunde Darmflora und die Vorbeugung diverser Erkrankungen. Dazu gehören etwa starkes Übergewicht und Herzerkrankungen. Also genau solche, mit denen US-Amerikaner zu kämpfen haben. Pflanzliche Proteinquellen bieten darüber hinaus sekundäre Pflanzenstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Die wirken sich günstig auf die Gesundheit aus.

Aus deutscher Sicht gibt es auch bei uns immer wieder unterschiedliche Auffassungen zum Thema Ernährung. Während die deutsche Gesellschaft für Ernährung immer noch zu Kohlenhydraten (Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis) zu jeder Mahlzeit rät, hat die LOGI-Ernährung, die um die Jahrtausendwende in Harvard entwickelt wurde, Kohlenhydrate zugunsten von mehr Eiweiß, Gemüse, Obst und gesunden Fetten reduziert, um den Stoffwechsel zu entlasten.

Warum ist das teilweise nur so widersprüchlich und verwirrend? Aus meiner Sicht gehören zur Ernährung auch die Berücksichtigung der anderen Lebensfaktoren. Ein junger Mensch kann und sollte sich anders ernähren als ein älterer Mensch, da meist das Bewegungsprogramm unterschiedlich ist. Menschen mit Erkrankungen wir Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder Diabetes brauchen entsprechend andere Empfehlungen als gesunde Menschen.

Wir begrüßen die Reduktion der Kohlenhydrate zu Gunsten von mehr Gemüse und Eiweiß, die Abkehr von industriellen Fertigproduktion, aber befürworten pflanzliche Eiweißquellen gegenüber tierischen. Bei Fleisch sollte Menge, Verarbeitung und Qualität/Herkunft beachtet werden.

Es ist also komplex, und daher werden wir in den nächsten Folgen unserer Blogs uns diesem Thema intensiver widmen.

Ein gesunder Lebensstil kann darüber hinaus noch weiter durch die Zugabe wohl dosierter und qualitativ hochwertiger Nahrungsergänzungsmittel optimiert werden.

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